Einstellung zur Zeit - IKUD Glossar
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Einstellung zur Zeit – Zeitorientierung Definition

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Key Takeaways

  • Hall unterscheidet zwischen monochroner und polychroner Zeitorientierung.
  • In monochronen Kulturen gilt Zeit als begrenztes Gut, was strikte Zeitpläne erfordert.
  • Polychronen Kulturen betrachten Zeit als flexibel und nutzen sie für mehrere Aktivitäten gleichzeitig.
  • Das Modell thematisiert auch Langzeitorientierung versus Kurzzeitorientierung in Kulturen.
  • Wichtige Quellen zu diesem Thema sind Werke von Hall, Hofstede und Trompenaars.

Kategorie Zeit: Polychrone und monochrone Zeitorientierung

Bei Orientierungen und Einstellungen zur Kategorie Zeit unterscheidet man nach Hall (1983) in monochrone und polychrone Zeitorientierung. In monochronen Kulturen wird Zeit als begrenztes Gut betrachtet, mit dem man sparsam und effizient umgehen muss. Pläne und Fristen sollten eingehalten werden, Verspätungen und Absagen führen häufig zu Ärger.

Einstellung zur Zeit: Polychrone Zeitorientierung Definition

In polychronen Gesellschaften wird Zeit praktisch als unbegrenzt vorhanden angesehen. Die Zeit soll von den Menschen genutzt werden, sie ist ein immaterielles Gut, an das sich der Mensch nicht anpassen muss. Man ist durchaus in verschiedene Aktivitäten gleichzeitig eingebunden und bleibt daher bei spontanen Veränderungen flexibel.

Einstellung zur Zeit: Monochrone Zeitorientierung Definition

Trompenaars und Hampden-Turner (1998) fassen monochrone Zeitorientierung als sequentielle Zeitstruktur auf, bei der die schrittweise Erledigung von Aufgaben und das Einhalten eines Zeitplans enorm wichtig sind. Dies spielt vor allem in gegenwarts- und zukunftsorientierten Kulturen eine Rolle, die sich auf zukünftige Pläne und das alltägliche Leben fokussieren. In polychronen Kulturen wird Zeit dagegen mehr als synchroner Zyklus aufgefasst. Die Qualität der Beziehungen ist dabei bedeutender als das strikte Verfolgen eines Zeitplans. Meist sind diese Kulturen eher vergangenheitsorientiert und richten sich nach dem Bewahren und Erinnern historischer Erfahrungen und Traditionen.

Dieses Modell lehnt sich an Hofstedes fünfte Kulturdimension (Langzeitorientierung & Kurzzeitorientierung) an, wonach Zeitorientierung langfristig oder kurzfristig ausgelegt sein kann. Eine zukunftsorientierte Kultur plant eher langfristig, während in vergangenheits- und gegenwartsorientierten Gesellschaften eine eher kurzfristige Perspektive in Bezug auf Zeit und Zeiteinteilung vorherrscht.

Quellen und Literaturangaben zum Thema Zeitorientierung

Quellen: Edward T. Hall (1983): The Dance of Life: The Other Dimension of Time. Garden City, N.Y.: Anchor Press/Doubleday.
Hofstede, Geert (1993): Interkulturelle Zusammenarbeit. Kulturen-Organisationen-Management. Wiesbaden: Gabler.
Trompenaars, Fons / Hampden-Turner, Charles (1997): Riding the Waves of Culture. Understanding Cultural Diversity in Business. London: Nicholas Brealey Publishing.

Artikelhinweise zum Thema „Einstellung zur Zeit“

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